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Vom Willen der Leser & verworfenen Plänen

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Vom Willen der Leser & verworfenen Plänen

Manchmal schaue ich auf meinen Oberschenkel und bin erstaunt, dort zu lesen, dass mein erstes Buch bereits vor 2 ½ Jahren erschienen ist. (Nein, ich habe keinen Notizzettel auf meinem Körper kleben; ich hab meine Erstveröffentlichung lediglich mit Tinte unter meiner Haut verewigen lassen)

Seitdem habe ich ein weiteres Kinderbuch hervorgebracht und noch zwei geschrieben. Letztere warten nun ungeduldig darauf, auch in die Welt geschickt zu werden.

Ursprünglich plante ich, als Nächstes ein Buch für Erwachsene veröffentlichen, eine Liebesgeschichte. 

Als ich damit begann, an dieser Story zu schreiben, wollte ich einfach mal raus aus dem Kinderbuch-Metier und mal was anderes machen. Das bereitete mir auch große Freude und ich konnte den Tag der Veröffentlichung kaum noch abwarten.

Doch nun kommt irgendwie doch wieder alles anders. Denn meine Leser wollen mich nicht so, wie ich bin. 

Diese Erkenntnis überkam mich gestern, beim Gespräch mit meinem Vater und seiner Lebensgefährtin. Die beiden unterstützen mich bei meinen Büchern und das in jeglicher Hinsicht.
Ich baue auf ihren Rat.
Gestern also unterhielten wir uns darüber, wie es mit meinen schriftstellerischen Werken weitergehen sollte. Und da versuchte mein Vater, mich vorsichtig davon zu überzeugen, mein Erwachsenenbuch vielleicht doch etwas nach hinten zu schieben. Ich war völlig überrumpelt.

Aber, verdammt, er hat Recht.

Mein erstes Buch, »Sieh es mit meinen Augen«, war – zur Überraschung aller – schon von Anfang an ein Selbstläufer und wird immer noch oft gekauft (und das, obwohl ich gerade in einem Marketing-Tief stecke). Mein zweites Kinderbuch versauert jedoch in der Ecke. Warum? Weil es die Leser nicht interessiert.

Das zu erkennen, versetzte mir einen Stich, doch ich versuche nun zu lernen, damit umzugehen. Es gibt zu viele Pferdebücher für kleine Mädchen auf dem Markt. Mein zweites Werk war für diese Branche wohl einfach zu Mainstream. Und vermutlich wartet auch kein Mensch darauf, endlich mein drittes Buch, für Erwachsene, über die Liebe, zu lesen.

Sie wollen alle nur eins: Einen Nachfolger vom ersten Buch. 

Ich befand mich nun in einer, für mich, verzwickten Situation. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht für den Profit schreibe, sondern für mich. Weil ich es liebe, zu schreiben. Weil ich die Schreiberei lebe. Und das will ich mir eigentlich beibehalten.

Doch die Leser wollen mich nicht so, wie ich bin. Sie wollen etwas Anderes, warten darauf und verweigern sich den Projekten, die nichts mit »Sieh es mit meinen Augen« zu tun haben.

Das macht mich etwas traurig. Soll ich nun alle meine Vorhaben über Bord werfen? Mich dem Willen der Leserschaft beugen, einen zweiten Teil schreiben und ihnen damit geben, wonach sie schon seit über zwei Jahren verlangen?

Eine schwierige Entscheidung.

Und die Zeit sitzt mir im Nacken. In zwei Monaten kommt unser Krümel-Mädchen auf die Welt. Dann habe ich erst einmal keine Zeit mehr, um stundenlang über einem Manuskript zu brüten oder große Marketing-Aktionen zu starten.

Lieber Leser, warum tust du mir das an?

Resi

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