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Rückblick – Ein neues Leben

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Rückblick – Ein neues Leben

Alles ändert sich. Und ja, das kann schon Angst machen. Aber es ist auch schön. Wunderschön.

Am Wochenende hat unser Krümelchen ihr „Zweimonatiges“ gefeiert. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich ehrlich gesagt etwas schockiert. Die Zeit scheint wie im Fluge vergangen zu sein. In dieser Zeit ist so viel passiert und unser ganzes Leben hat sich komplett geändert.

Gerade sitze ich mit unserer kleinen Tochter auf der Terrasse. Sie schläft und ich genieße den kurzen Moment der Ruhe. Endlich Zeit zum Schreiben. Mir brennt es schon seit einigen Tagen unter den Nägeln und ich vermisse es schon ein wenig, einfach nur stundenlang am PC zu sitzen und mit schnellen Fingern Buchstaben aneinander zu reihen.
Während ich diesen Satz schreibe, wird es neben mir auch schon wieder unruhig. Also: aufhören mit schreiben. Eine Hand auf den Bauch des Baby’s legen, immer und immer wieder ‚pscht‘ vor sich hin zischen und warten, bis sich das kleine Bündel wieder beruhigt. So. Geschafft. Wo war ich? Ach ja: Alles ändert sich …

Natürlich war uns klar, dass wir, sobald unsere Tochter da ist, nicht mehr das Leben führen würden, welches wir zuvor gelebt haben. Das entspannte Ausschlafen und ewig im Bett liegen bleiben am Wochenende. Der spontane Ausflug irgendwo hin, wo es nichts außer Natur gibt. Wandertouren über unebenes Gelände, mit einer Stiege nach der anderen dazwischen. Einfach zu zweit ins Kino gehen. Mal 8 Stunden am Stück durchschlafen.
Das geht nun alles nicht mehr. Ich würde lügen, wenn ich nun behauptete, dass mir von all den Dingen nichts fehlte. Und doch weiß ich ganz genau, warum ich gern darauf verzichte. Der Grund liegt neben mir und streckt sich genüßlich im Halbschatten. Es ist ein wirklich wunderschöner Grund.

Die letzten zwei Monate waren von Auf’s und Ab’s geprägt. Ich war mehrmals am Ende meiner Kräfte (und meiner Geduld) und habe auch schon lange nicht mehr so viel geheult. Schlafentzug und ein schreiendes Baby, was sich nicht beruhigen lässt, zehren schon an einem. Ich weiß, das wird bei Erzählungen über das Leben mit einem Baby gern weggelassen, aber es gehört nun mal dazu. Ein kleiner Bruchteil dieser ganzen Zeit ist nun mal nicht schön. Aber es ist wirklich nur das: ein kleiner Bruchteil.

Denn ansonsten ist es wunderschön, dieses Familienleben. Mein Partner und ich sind in unser Krümelchen immer noch so vernarrt wie am ersten Tag. Ich könnte sie stundenlang ansehen. Ihr wunderhübsches Gesicht, die vielen Haare (die so wunderbar duften! Wie kann ein Menschenkopf nur einen solch betörenden Duft ausstrahlen?!), ihre kleinen Hände, die sich eisern um einen von unseren Fingern klammern. Und wie sie das Gesicht verzieht, wenn sie gähnt! Es ist zum dahinschmelzen.

Besonders die ersten zwei, drei Lebenswochen vom Krümelchen waren anstrengend für uns alle. Der lange Aufenthalt im Krankenhaus (obwohl wir uns wirklich glücklich schätzen können, dass wir schon nach 12 Tagen gehen durften!) und die Findungsphase danach, in unserem Zuhause, war nicht ganz einfach. Aber nun, so glaube ich, sind wir angekommen und haben uns aufeinander eingespielt. Obwohl unser Alltag eintönig erscheinen mag (Fläschchen machen und geben, Windeln wechseln, Baby in den Schlaf schaukeln oder auf dem Arm bespaßen), ist er das keineswegs. Ich erkenne beinahe jeden Tag Neues an unserer Tochter und  ich hätte nie gedacht, wie schnell der Tag mit einem Baby vergeht.

So. Zeit, fertig zu werden. Denn Frau Baby will nicht mehr nur daliegen und schlafen. Also gut. Noch schnell Fotos einfügen und dann wechsle ich wieder von der Bloggerin und Autorin zur Mama. Und das ist absolut in Ordnung. <3