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Hilfe, das Baby ist krank!

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Hilfe, das Baby ist krank!

Ich dachte immer, wenn unser Baby mal krank wird, würde ich total souverän reagieren.

Immerhin habe ich kranke Kinder tagtäglich gesehen und konnte einschätzen, wann der Zustand eines Kindes kritisch ist und wann es eher nur um eine banale Sache geht. Denn in der Zeit vor meinem Beschäftigungsverbot und meinem Babyjahr, habe ich in einer Kinderarztpraxis als Arzthelferin gearbeitet. Darum war ich sicher, dass ich cool bleiben würde, wenn unser Krümelchen ihren ersten Schnupfen bekommt.

Haha. Hahaha. Pustekuchen.

Unsere süße Tochter hat einen leichten Husten und ’nen gemeinen Schnupfen. Kein Fieber. Sie ist nicht abgeschlagen. Ihr Blick ist klar und nicht glasig. Die Farbe ihrer Haut ist weiterhin rosig, keine Blässe. Sie trinkt nicht so toll, aber wer kann es ihr bei einer verstopften Nase verübeln?
Nun, meiner Erfahrung nach ist dieser beschriebene Krankheitszustand lediglich ein banaler Infekt. Zumindest wäre das mein erster Diagnosen-Tipp gewesen, hätte eine Mutter bei mir in der Praxis angerufen und mir ihre Situation geschildert. So lange die Lunge nicht befallen ist, ist diese Sache – meistens – recht harmlos.

Ich wollte eigentlich nie eine ‚panische‘ Mama werden. Keine hysterische Oh-mein-Gott-mein-Kind-ist-sterbenskrank-Mutti sein. Ich meine, so ein Krankheitszustand wie oben beschrieben, ist das täglich Brot einer Arztpraxis für Kinder- und Jugendmedizin. Hab ich schon tausendmal gesehen. Darum müsste ich auch ganz entspannt bleiben. Aber bei meiner Tochter ist irgendwie alles … anders.
Als sie gestern begann zu husten, dachte ich, das ist nichts weiter. Vielleicht verschluckt sie sich einfach öfter an diesem Tag. Alles in Ordnung. Aber in der Nacht, als ihre Nase plötzlich verstopft war und sie Mühe mit dem trinken aus der Flasche hatte, schrillten in mir plötzlich sämtliche Alarmglocken:

AAAAAAAAAH! MEIN KIND IST KRANK! AAAAAAAAAH!

Scheinbar ist wirklich alles anders, wenn man ein eigenes Kind hat. Wenn man das Problem Zuhause hat & nicht nur kurz in der Arztpraxis sieht. Selbst offensichtlich unproblematische Sachen, machen mich nun nervös und sofort gehe ich sämtliche Diagnosen in meinem Kopf durch. Was könnte sie haben? Vielleicht ist es kein harmloser Schnupfen? Was, wenn sie eine Bronchitis hat? Eine Kehlkopfentzündung bekommt? Der Husten tut immerhin schon beim zuhören weh! Und was, wenn sie die Nahrung komplett verweigert? Dehydriert? Oder Fieber bekommt?

Um 14 Uhr, an diesem super schönen, sonnigen Sonntag (den jeder Mensch wohl am liebsten, ohne Arbeit, im Garten verbringen würde) stand ich schließlich vor den Türen der Kinderarztpraxis, in welcher ich arbeite(te) und wurde von meinem Chef hineingebeten. Ja, richtig. Nachdem ich ihn um Rat zum Gesundheitszustand des Krümelchens gebeten hatte, bot er mir an, sie zu untersuchen, obwohl er keine Bereitschaft hatte. Rückblickend ist es mir peinlich, dass ich dort war, nur damit mein Chef mir das sagen konnte, was eigentlich eindeutig auf der Hand lag. Unsere Tochter hat einen banalen Infekt der oberen Atemwege. Sie bekommt nun abschwellende Nasentropfen und gut ist.

Was mir heute wieder einmal klar geworden ist? Ich bin eine Mama. Und Mamas sind immer in Sorge. (Sicher gibt es auch Mutti’s die wirklich total cool und souverän sind, aber im Ernst, die meisten Erstlingsmütter sind oftmals ängstlich.) Egal wie erfahren ich im Umgang mit kranken, aber fremden, Kindern bin, bei unserer Maus spielt das keine Rolle. Ob sich das noch ändert? Ob ich doch irgendwann noch die ruhige, besonnene Mama werde, die ich immer sein wollte? Keine Ahnung.

Nun ist aber auch keine Zeit, sich weiter über das eigene Verhalten zu ärgern und eigene (Über)Reaktionen zu hinterfragen. Denn ich muss meiner Mausi nun Nasentropfen verabreichen. Nachdem ich mit dem gefürchteten Nasensauger Sekret entferne. Und mich bei ihr tausendmal dafür entschuldige.